Der HochrheinKunstweg


Der vom Kunstverein Schaffhausen initiierte HochrheinKunstweg führt die bestehenden vier Kunstwege, welche vom BodenseeKulturraum als Trägerverein gefördert wurden, weiter. Die Kunstwege wollen bestehende Kunstorte und herausragende Kunstwerke der Gegenwartskunst im öffentlichen Raum bekannter machen. Mit einer einfachen Signaletik in Form von kleinen Schildern mit einem QR-Code bei den Werken, finden die Besucherinnen und Besucher schnell weiterführende Informationen. Wir wünschen Ihnen interessante Begegnungen mit der Kunst im öffentlichen Raum.

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Weitere Informationen

Website RegioKunstwege

pdfPocketGuide HochrheinKunstweg(PDF, 4.74 MB)

 

Installation ‘Breath’ von Alexandra Meyer, 2017 (Foto: Peter Pfister) Klosterstrasse 16

Museum zu Allerheiligen

Das Museum zu Allerheiligen ist eines der vielfältigsten Universalmuseen der Schweiz und vereint unter einem Dach Archäologie, Geschichte, Kunst und Natur. Mitten in der Altstadt von Schaffhausen präsentiert das Museum neben den Zeugnissen aus der Klostervergangenheit eine bedeutende Kunstsammlung mit Werken vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwartskunst. Mit der Sammlung Ebnöther besitzt das Haus zudem eine äusserst renommierte Antikensammlung. In groß angelegten Sonderausstellungen und Interventionen in den Museumsräumen werden aktuelle Positionen regionaler, schweizerischer und internationaler Künstler gezeigt. (jb)

Graffitiwand ‘Hall of Fame A4’ (Foto: Gunar Seitz) Rheinuferweg bei der Zufahrt A4

Hall of Fame A4

Als ‘Hall of Fame’ oder ‘Wall of Fame’ werden Wandflächen bezeichnet, die insbesondere von erfahrenen Graffiti-Künstlern, den sogenannten Kings, bespielt werden. Dabei werden in der Regel hochwertige und anspruchsvolle Graffitibilder gestaltet. Die ‘Hall of Fame A4’ in Schaffhausen ist zum Be- und Übermalen freigegeben, lediglich diskriminierende oder gewaltverherrlichende Inhalte anzubringen wird ausgeschlossen. (gs)

Installation ‘Was bleibt - Wald, Holztisch, Fenchelstauden’ von Sandra Fehr-Rüegg, 2018 (Foto: Jürg Fausch) Baumgartenstrasse 19

Vebikus Kunsthalle Schaffhausen

Die Vebikus Kunsthalle Schaffhausen zeigt seit 1985 aktuelle Positionen der Gegenwartskunst. Sie versteht sich als Plattform für eine künstlerische Auseinandersetzung mit experimentellem Charakter. Die von Industriecharakter geprägten Räume werden mit spezifischen Installationen bespielt, die bewusst zu Diskussionen anregen und neue Sichtweisen auf die Kunst ermöglichen sollen.

Zu den regulären Doppel- oder Gruppenausstellungen finden Begleitveranstaltungen statt: öffentliche Führungen, Künstlergespräche, Lesungen, Performances sowie Kunstvermittlung für Schulklassen, Kinder und Jugendliche. (vk)

Arbeit von Franz Imboden, 2016 (Foto: reinart Kunstraum) Laufengasse 17

reinart Kunstraum

Der 2009 eröffnete Raum für zeitgenössische, orts- bezogene und unkonventionelle Ausstellungen, direkt am Rheinfall gelegen, bietet regelmäßig zwischen Frühling und Herbst Gruppen- und Einzelausstellungen mit regionalen, nationalen und internationalen Künstlern.

Neben der Präsentation von zwei und dreidimensionalen Werken gibt es Konzerte und weitere Veranstaltungen in den alten Industrieräumen der ehemaligen Kornmühle Lauffen. (rk/gs)

Triptychon: ‘Land, Küste und Meer’ von Jürg Stäheli (Foto: Bildhauerwerkstatt Stäheli) Rheinhardstrasse 3

Waldfriedhof Schaffhausen

Der 1913/14 entworfene Waldfriedhof Schaffhausen ist eine in der Schweiz einzigartige Friedhofsanlage. Er besitzt eine umfangreiche Sammlung von Grabmalen und freien Plastiken von Schaffhauser und Schweizer Künstlern, wie z. B. das Triptychon ‘Landschaft’ des Steiner Bildhauers Jürg Stäheli (2014) oder die Urnengrabgestaltung ‘Sepulcrum’ von Brigitte Stadler und Roland Gut (1989), die Großplastik am Gemeinschaftsgrab von Hans Josephsohn (1978) oder die Bronzeplastik ‘Maternidad’ von Baltasar Lobo (1953). (gs)

Buttelestrasse 221 (Foto: Galerie zum Kranz)

Galerie zum Kranz

Am nördlichen Dorfrand von Ramsen liegt das Haus ‘Zum Kranz’, Lebensort des Schaffhauser Bauers, Malers und Entwicklungshelfers Joseph Gnädinger (1919-2000). Heute ist das Haus Sitz der gemeinnützigen ‘Stiftung Joseph Gnädinger’; es beherbergt das umfassende künstlerische Erbe von Joseph Gnädinger, mit rund 500 Ölbildern und zusätzlich weiteren dort inventarisierten 2500 Arbeiten auf Papier. Darüber hinaus zeigt die Galerie im Wechsel Gastausstellungen von Künstlern aus der Region. (gk)

Kirchplatz 11 (Foto: Ueli Flückiger)

Kulturzentrum Sternen

Die Stiftung Kulturzentrum Sternen Thayngen ist Besitzerin des erstmalig 1648 erwähnten repräsentativen Gasthofes, dem Sternen. Im Kulturzentrum Sternen werden heute Kunstausstellungen regionaler Künstlerinnen und Künstler organisiert. Die Räumlichkeiten dienen als ein Ausstellungsort für die alle zwei Jahre stattfindende grenzüberschreitende Werkpräsentation ‘Experimentelle’. (ks)

Bim Chretzeturm 1 (Foto: Gunar Seitz)

Künstlerresidenz Chretzeturm

Die Künstlerresidenz Chretzeturm in Stein am Rhein besteht seit 1999. Eingeladen werden jährlich vier internationale Künstler und Künstlerinnen aller Sparten zu Gastaufenthalten von drei Monaten.

Ziel ist dabei, einerseits den Künstlerinnen und Künstlern einen ungestörten Arbeitsaufenthalt zu ermöglichen und andererseits die Bevölkerung mit aktuellen Positionen zeitgenössischer Kunst bekannt zu machen. Die Stipendiaten stellen sich zu Beginn bei einem Kulturapéro vor und geben am Ende ihres Aufenthalts Einblick in ihr Werk. (es)

Museumsgasse 11 (Foto: Museum kunst + wissen)

Museum kunst + wissen Diessenhofen

Das Museum liegt mit seinem markanten Turm direkt am Rheinufer. Auf drei Ebenen verteilt, bietet es Räumlichkeiten für Ausstellungen und Events und ist ein Begegnungsort für Kunst und Kultur.

Im Wechsel finden Ausstellungen zu den Themenbereichen Kunst und Wissen statt. Zeitgenössische Kunst und regionale Bezüge spielen bei den Ausstellungskonzepten ebenso eine Rolle wie grenzübergreifende Thematiken und aktuelle Zusammenhänge. Zudem sind in einer Dauerausstellung Bildwerke des Diessenhofer Künstlers Carl Roesch (1884-1979) zu besichtigen. (hs)

Oberstadt 7 Arbeit von Susan Hefuna, 2018 (Foto: Harald Siebenmorgen)

Kunstschaufenster Kulturhaus

Das Kunstschaufenster am künftigen Kulturhaus Stein am Rhein in der Steiner Oberstadt besteht seit Juli 2018 und zeigt in wechselnden Präsentationen internationale zeitgenössische Kunst der Stipendiaten der nahegelegenen Künstlerresidenz Chretzeturm. Den Anfang machte ein Teil des dreiteiligen Zyklus ‘Mapping Stein’ (2018) der deutsch-ägyptischen Künstlerin Susan Hefuna, Zeichnungen, die sich mit dem Thema Fachwerk auseinandersetzten. Es folgte eine Scherenschnittskulptur ‘SuperSteinSouvenir’ (2018) von Pomona Zipser, begleitet von einer Performance des Bombast-Duos Berlin/ Warschau ‘Hechtsuppe’. (es)

Understadt 18 (Foto: wikipedia, Gnubold)

Museum Lindwurm

Das Museum Lindwurm befindet sich in einem mittelalterlichen Haus mit Empirefassade in der Altstadt von Stein am Rhein. Auf 1500 m2 präsentiert es vor allem bürgerliches Wohnen und landwirtschaftliches Arbeiten im 19. Jahrhundert.

Ein eigener Raum ist dem Steiner Maler Hermann Knecht (1893-1978) gewidmet. Viele seiner späten Arbeiten zeigen die Landschaft am Rhein. Als Intervention sind im ganzen Haus inszenierte Fotografien der iranischen Künstlerin Parastou Forouhar (geb. 1962) zu sehen, die 2017 in Stein am Rhein entstanden sind und sich mit dem Thema der/die/das Fremde auseinandersetzen. (es)

1982, Bronze (Foto: Gunar Seitz) Klosterstrasse 16

Horchender

Rudolf Blättler (CH)

Die Bronzeplastik des am Vierwaldstädtersees beheimateten Rudolf Blättler ruht zwischen Büschen und Bäumen im romanischen Kreuzgang des Klosters Allerheiligen. Der liegende Kopf, fragmentarisch von jeglichem Körper oder gar Hals abgekoppelt, weist nicht nur durch seine Dimensionen Monumentalität auf: auch Mund, Augen, Nase, welche tiefe Blicke in die Dunkelheit des Inneren zulassen, werden von üppigen Wülsten angedeutet. Dass die Plastik ‘Horchender’ so der Titel der Arbeit keine Ohren hat, erscheint als ein Paradox, das jedoch die Verbindung zu seiner Umgebung verstärkt. (jb)

2010, Beton, Stahl-lackiert (Foto: Gunar Seitz) Bachschulhaus, Bachstrasse 62

Epitaph für die unbeirrbare Hoffnung

Claudia Girard (CH)

Claudia Girards installatives Denkmal entstand 2010 anlässlich der Auflösung des Vereins für Frauenstimmrecht, beziehungsweise seiner Nachfolgeorganisation Frauen und Politik. Es erinnert an den 50-jährigen Kampf Schaffhauser Frauen für das erst 1971 eingeführte nationale Frauenstimmrecht. Auf diese konfliktgeladene Seite der Schweizer Geschichte spielt die Künstlerin mit einem an Grabplatten erinnernden Werk an. An die vertikale beschriftete Betonplatte fügt sich eine Stahlsilhouette, die in ihrer roten Farbe und der Qualität des Materials einen kämpferischen Charakter, in der grafischen Linienführung des Frauengesichts aber auch weichere, menschlichere Züge aufweist. (jb)

1972, Bronze (Foto: Gunar Seitz) Klosterstrasse 16

Liegende und zwei Personen

Hans Josephsohn (CH)

Das Relief von Hans Josephsohn stellt drei Fi- guren dar und deutet eine Grundsituation aus dem Atelier eines klassisch arbeitenden Bild- hauers an. Im oberen Bildbereich ist eine lie- gende Frauengestalt zu erahnen. In kleinerem Massstab und durch eine horizontale Linie von ihr abgetrennt, befinden sich im unteren Bild- bereich zwei weitere Figuren: mutmasslich der Bildhauer und sein in Entstehung begriffenes Werk. Auch wenn das Relief auf den ersten Blick erzählend wirkt, geht es bei diesem Werk vor- wiegend um den Zusammenhang von Volumen, Form und Oberfläche. (jd/gs)

etwa 1987, Eisen (Foto: Gunar Seitz) Munotstrasse/Pfarrweg

Sans titre

Albert Rouiller (CH)

Die freistehende, abstrakt gehaltene Plastik des Genfer Bildhauers Albert Rouiller zeigt sich wuchtig und leicht zugleich. Kubisch anmutende Formen, deren Linien jedoch kaum gerade verlaufen und immer weiche Übergänge liefern, türmen sich, ineinander verschachtelt und verkeilt, zu einem komplexen Gebilde auf. Gehalten wird die Figur von einem massiv anmutenden Sockelbereich, der durch tendenziell in ihrer Tiefe geringer werdende Ausstülpungen nach oben ergänzt wird. Das oberste, an einen Amboss erinnernde Element, könnte als Kontrapunkt in der Ausrichtung und Formgebung angesehen werden; es bringt die fast harmonisch angeordneten Elemente der Senkrechte geradezu ins Schwingen. (jb/gs)

1994/1995, Stahl (Foto: Stefan Kiss) Museum zu Allerheiligen

Paar

Josef Maria Odermatt (CH)

Josef Maria Odermatt gehörte zu den bedeu- tendsten Schweizer Metallbildhauern seiner Generation. Seine Arbeit ‘Paar’, die Gäste vor dem Eingang ins Museum zu Allerheiligen empfängt, ist seinem Spätwerk zuzuordnen, das sich durch eine klare, reduzierte Formsprache auszeichnet. Der Titel gibt der eigentlich ungegenständlichen Arbeit eine greifbare Assoziation und lässt die Formen aus geschweisstem und geschmiedetem Eisen zum Leben erwachen. (jd)

2003, Eisen (Foto: Gunar Seitz) Parkcasino, Steigstrasse 26

Doppelpendel (Friedensfeuer)

Vincenzo Baviera (CH)

Zwei gleiche Eisenhalbkugeln, die eine mit der Rundung nach oben, die andere sich dem Himmel öffnend, bilden kontrastreich die Extremitäten des Doppelpendels von Vincenzo Baviera. Die fünf sie verbindenden Eisenstangen nehmen dem Objekt jeglichen Bewegungsspielraum, es liegt starr dem Erdboden gleich. Das Werk entstand 2003 als Protest gegen den amerikanischen Einsatz im Irak: auf dem Vorplatz des Schaffhauser Münsters aufgestellt brannte in der einen Halbkugel 33 Nächte und Tage lang das Feuer der Hoffnung - so trägt es auch den Titel Friedensfeuer. (jb)

2019, Bronze (Foto: Stefan Kiss) Rauschengutpark GPS: 47°41’48.9”N 8°37’30.0”E 47.696913, 8.625010

Ohne Titel

Jennifer Bennett (CH)

Die Bronzeplastik der Schaffhauser Künstlerin Jennifer Bennett wurde geschaffen als Zeichen der Erinnerung an die Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen. Das Zentrum des Werks bildet eine glänzende Kreisform, die von drei gebogenen Beinen getragen wird und von der drei Hände ausgehen, die sich gegen aussen verdicken, so wie Arme in Hände münden. Diesen docken schwarze, magere Greifarme wie Zangen an. Sie sind matt, kantig und eckig. Es wirkt, als scheuten sie die nahe Berührung mit den runden, glänzenden Teilen. Ambivalent bleibt, ob diese Erweiterungen in Schwarz das glänzende Zentrum stützen oder ob sie vielmehr daran zerren und es zum Fall zwingen wollen. (ik)

1996, Stahl (Foto: Gunar Seitz) Am Ufer vor Laufwasserkraftwerk Feuerthaler Seite GPS:47°41’32.39”N 8°37’52.01”E 47.692331, 8.631114

Reuse

Till Augustin (DE)

Kurz nach Fertigstellung der modernen Schräg- seilbrücke zwischen Flurlingen und Schaffhausen stellte das Kulturprojekt ‘Per Ce Val’ sechs skulpturale Werke im öffentlichen Raum aus. Die Reuse des in Nürnberg arbeitenden Till Augustin, die in diesem Kontext in Rheinnähe aufgestellt wurde und definitiv stehen blieb, greift das Instrument zum Fischfang und -zählung in einer geometrischen Stahlplastik auf. Die imposanten Dimensionen, die Strenge der Formen und die Härte des Materials ändern nichts an der Durchlässigkeit, die das breite Raster offenlässt: gefangen wird hiermit kein Fisch. (jb)

2001, Terrazzo (Foto: Gunar Seitz) Im Rhein vor Laufwasserkraftwerk Feuerthaler Seite GPS:47°41’33.05”N 8°38’1.89”E 47.692514, 8.633858

Fabelwesen

Kurt Bruckner (CH)

Anlässlich des Jubiläums Schaffhausen 500 Jahre in der Eidgenossenschaft wurde der seit 1982 in Schaffhausen ansässige Bildhauer Kurt Bruckner beauftragt, seine in Beton gegossenen Fabelwesen in den Rhein zu setzen. Drei miteinander tobende maus-ähnliche Gestalten scheinen freudig die Spielmöglichkeiten des Flusses auszukosten, eine Szene, die an das sommerliche Treiben der Weidlinge flussaufwärts erinnert. Doch der Rettungsring deutet auch auf die Gefahren, die flussabwärts warten - das Kraftwerk und ferner der Rheinfall. (jb)

1998, Cortenstahl (Foto: Gunar Seitz) Grabengütli bei den Hallen a/Rh Fussweg GPS: 47°41’38.01”N 8°37’49.48”E 47.693892, 8.630411

Stepping Stones

Gillian White (GB/CH)

Die Bodenarbeit Stepping Stones der seit 1966 im Aargau lebenden Engländerin Gillian White besteht aus neun Parallelepiped-ähnlichen Stahlobjekten, die aneinander gereiht in die Wiese versinken. Obwohl sie orthogonal anmuten, handelt es sich keineswegs um Kuben in einem minimalistischen Sinn. Mit ihren abgeschrägten Oberflächen, leicht trapezförmig und - wie seitlich ersichtlich - zum Teil ausgehöhlt vereinen sie entgegengesetzte Eigenschaften: bodenständig, schwer im Material, hart in den Kanten einerseits, dynamisch, leicht in der Oberfläche, weich in ihrer Einbettung in die leicht wellige Umgebung. (jb)

1989, Urnengrab Granit, Kalkstein, Bronze (Foto: Gunar Seitz) Waldfriedhof, Rheinhardstrasse 3

Sepulcrum

Brigitte Stadler (CH) und Roland Gut (CH)

Die Urnengrabstätte Sepulcrum entstand im Jahr 1989. Mehr als um ein in sich geschlossenes Denkmal handelt es sich um eine künstlerisch und landschaftlich gestaltete Anlage: über diagonale Wege werden zwei symmetrisch angelegte Wasserbecken miteinander verbunden. Diese werden von sieben Bronzepfeilern flankiert, von denen vier mit einem horizontalen Türsturz abgeschlossen zu Toren werden. An ihrem Ende befindet sich jeweils ein Ort des Gedenkens, dessen Leere nur von den in die Bodenplatten geritzten Inschriften der im Wald in Urnen bestatteten Verstorbenen gefüllt wird. Die Verschmelzung der Anlage in der Natur ist vom Künstlerpaar beabsichtigt: “Ihre abstrakte Klarheit wird im Wald aufgehen”, so Stadler/Gut. (jb)

1989, Aluminium (Foto: Gunar Seitz) Am Rheinfall

Dreiklang bei Nacht

Ernesto Hebeisen (CH)

Die monumentale Aluminium-Plastik des in Olten geborenen Bildhauers Ernesto Hebeisen entstand 1989 zum 100-jährigen Jubiläum der Zürcher Firma Alusuisse, die einst in Neuhausen am Rheinfall das erste Aluminiumwerk Europas eröffnete. Drei leicht versetzte Aluminiumplatten von fünf Zentimetern Stärke schwingen sich zu einer Schlaufe zusammen, die in den Himmel ragt. Die deutlich sichtbare Halterung verdrängt jedes Kippgefühl, das angesichts der Aufstellung des Werks entstehen müsste: auf seiner Rundung stehend bewahrt es ruhig das Gleichgewicht. (jb)

Wandfarben, 2003 (Foto: Gunar Seitz) Schwarzhorngass

Ohne Titel

Eugen Del Negro (CH)

Die malerische Wandarbeit des Winterthurer Malers Eugen Del Negro an der Aussenwand eines Wohnhauses in der Altstadt von Stein am Rhein zeichnet sich durch ihren grafischen Charakter aus. Lediglich schwarze Linien heben sich vom Hintergrund - eine blanke Hausfassade - ab; an automatische Schrift erinnernd reihen sich symbolähnliche, aber grundsätzlich abstrakte Zeichen aneinander. Ganz ohne Rahmen endet die Wandmalerei nahezu wie ein Gemälde in einem Rechteck - nur ein kleines wildes Zeichen, rechts unten, traut sich, aus der Reihe zu tanzen. (jb)